Von Lebensfreude und Vergänglichkeit

Dem Andenken an Frau Ilse Habenicht gewidmet.

Karten gibt es an der Theaterkasse und auch an der Abendkasse

Programm:

Johann Sebastian Bach           Zweistimmige Invention E-Dur für Violine und Violoncello    
Lauri Porra (*1977)                    Menuet 3  (Deutsche Première) für Violine und Violoncello
Frédéric Chopin                        Prélude Nr.15 Des-Dur op. 28; Walzer op. 69 Nr. 2 in h-Moll für Klavier

Dimitri Shostakovich                Klavier Trio Nr. 2 Op. 67 in E moll
Pause
Pyotr Ilyich Tchaikovsky          Klavier Trio in a-Moll

Internationale Spitzenmusiker:
Daniel Rowland, Violine, Niederlande
Maja Bogdanović
, Violoncello, Serbien
Nino Gvetadze, Klavier, Georgien

 

Zwischen dem ersten Atemzug und dem letzten Abschied liegt das Leben – voller Begegnungen, Erinnerungen, Hoffnungen und Verluste. Musik vermag all dies auszudrücken, ohne Worte zu benötigen. Sie hält den flüchtigen Augenblick fest und erinnert zugleich daran, dass nichts von Dauer ist. Gerade in ihrer Vergänglichkeit entfaltet sie ihre größte Kraft.

Die Werke dieses Abends erzählen auf ganz unterschiedliche Weise von dieser Erfahrung. Johann Sebastian Bach lässt in seiner zweistimmigen Invention zwei Stimmen miteinander sprechen: aufmerksam, verspielt, suchend und einander zugewandt. Aus dem einfachen Dialog entsteht eine Welt voller Lebendigkeit und Harmonie – ein Sinnbild für die Freude am gemeinsamen Musizieren.

Diese Freude findet in Lauri Porras „Menuet 3“ für Violine und Violoncello eine zeitgenössische Fortsetzung. Die lebensfrohe und kontrastreiche Komposition, die an diesem Abend ihre deutsche Premiere erlebt, bringt Bewegung und überraschende Wendungen in das Zwiegespräch der beiden Instrumente. Sie lädt dazu ein, sich ganz auf den Augenblick einzulassen und das Leben in seiner Vielfalt zu feiern.

Frédéric Chopins Klaviermusik führt uns in eine Welt innerer Zwiesprache. In seinem Prélude Nr. 15 in Des-Dur op. 28 stehen lichte Ruhe und dunkle Unruhe dicht nebeneinander. Der Walzer in h-Moll op. 69 Nr. 2 verbindet tänzerische Bewegung mit leiser Wehmut. In beiden Werken scheinen Schönheit und Verletzlichkeit des Augenblicks auf – als trüge die Freude bereits die Ahnung des Abschieds in sich.

Bei Dmitri Schostakowitsch begegnen wir einer anderen Wirklichkeit. Sein zweites Klaviertrio, entstanden im Schatten von Krieg, Gewalt und persönlichem Verlust, sucht nach einer Sprache für das Unsagbare. Wo Worte verstummen, bleibt die Musik: klagend, aufbegehrend und zugleich von einer tiefen Menschlichkeit erfüllt.

Auch Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Klaviertrio ist aus der Erfahrung des Abschieds geboren. Doch seine Musik verharrt nicht in der Trauer. Sie erinnert, tröstet und feiert das Leben in all seiner Schönheit und Widersprüchlichkeit. Erinnerung wird hier nicht zum Blick zurück, sondern zu einer Form des Weiterlebens.

So begegnen sich in diesem Konzert fünf Komponisten über Zeiten und Stile hinweg. Ihre Musik lässt uns erfahren, wie eng Freude und Vergänglichkeit miteinander verbunden sind. Vielleicht liegt gerade darin die besondere Kraft der Musik: Sie macht das Vergängliche für einen Augenblick unvergänglich – und erinnert uns daran, wie kostbar jeder einzelne Ton, jeder Moment und jedes Leben ist. 

Inspiriert wurden Titel und Programm dieses Konzerts von Frau Ilse Habenicht, deren Liebe zur Musik, Lebensfreude und Humor uns ebenso in Erinnerung bleiben wie die schmerzlichen Verluste, die sie in ihrem langen Leben verkraften musste. Jahre lang hat sie unser CLASSIC CON BRIO Musikfestival mit großzügigen Spenden gefördert und die Konzerte genossen. Sie verstarb im März dieses Jahres im Alter von 99 Jahren.

Programmänderungen vorbehalten


Musikalische Kostproben (124 videos) unter: 
Classic con brio You tube Kanal 


Weitere Informationen:
www.classic-con-brio.de

Organisation: Schlossverein Osnabrück e.V. / Musikakademie Remelé gGmbH

Tickets: 38 € (Ermäßigungen an der Abendkasse) bei:

www.theater-osnabrueck.de

Theaterkasse, Domhof 10/11, Osnabrück

Kartentelefon: 0541-7600076

Abendkasse


Das classic con brio musikfestival 2026 wird gefördert durch:

Stadt Osnabrück

Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen

Stiftung der Sparkasse Osnabrück

NDR Musikförderung in Niedersachsen

Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.