Von Lebensfreude und Vergänglichkeit
Dem Andenken an Frau Ilse Habenicht gewidmet.
Zwischen dem ersten Atemzug und dem letzten Abschied liegt das Leben – voller Begegnungen, Erinnerungen, Hoffnungen und Verluste. Musik vermag all dies auszudrücken, ohne Worte zu benötigen. Sie hält den flüchtigen Augenblick fest und erinnert zugleich daran, dass nichts von Dauer ist. Gerade in ihrer Vergänglichkeit entfaltet sie ihre größte Kraft.
Die Werke dieses Abends erzählen auf ganz unterschiedliche Weise von dieser Erfahrung. Johann Sebastian Bach lässt in seinen zweistimmigen Inventionen zwei Stimmen miteinander sprechen: aufmerksam, verspielt, suchend und einander zugewandt. Aus dem einfachen Dialog entsteht eine Welt voller Lebendigkeit und Harmonie – ein Sinnbild für die Freude am gemeinsamen Musizieren.
Jahrhunderte später begegnen wir bei Dmitri Schostakowitsch einer anderen Wirklichkeit. Sein zweites Klaviertrio, entstanden im Schatten von Krieg, Gewalt und persönlichem Verlust, sucht nach einer Sprache für das Unsagbare. Wo Worte verstummen, bleibt die Musik: klagend, aufbegehrend und zugleich von einer tiefen Menschlichkeit erfüllt.
Auch Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Klaviertrio ist aus der Erfahrung des Abschieds geboren. Doch seine Musik verharrt nicht in der Trauer. Sie erinnert, tröstet und feiert das Leben in all seiner Schönheit und Widersprüchlichkeit. Erinnerung wird hier nicht zum Blick zurück, sondern zu einer Form des Weiterlebens.
So begegnen sich in diesem Konzert drei Komponisten über Zeiten und Stile hinweg. Was sie verbindet, ist die Überzeugung, dass Freude und Vergänglichkeit keine Gegensätze sind, sondern einander erst ihren Sinn verleihen. Vielleicht liegt gerade darin die besondere Kraft der Musik: Sie macht das Vergängliche für einen Augenblick unvergänglich – und erinnert uns daran, wie kostbar jeder einzelne Ton, jeder Moment und jedes Leben ist.
Wir widmen dieses Konzert dem Andenken an Frau Ilse Habenicht. Jahrelang hat sie unser CLASSIC CON BRIO Musikfestival mit großzügigen Spenden gefördert und die Konzerte genossen. Sie verstarb im März dieses Jahres im Alter von 99 Jahren.
Programm:
Johann Sebastian Bach 2 zweistimmige Inventionen für Violine und Violoncello
Lauri Porra (*1977) Menuet 3 (Deutsche Première)
Dimitri Shostakovich Klavier Trio Nr. 2 Op. 67 in E moll
Pause
Pyotr Ilyich Tchaikovsky Klavier Trio in a-Moll
Internationale Spitzenmusiker:
Daniel Rowland, Violine, Niederlande
Maja Bogdanović, Violoncello, Serbien
Nino Gvetadze, Klavier, Georgien
Programmänderungen vorbehalten
Musikalische Kostproben (124 videos) unter:
Classic con brio You tube Kanal
Weitere Informationen:
www.classic-con-brio.de
Organisation: Schlossverein Osnabrück e.V. / Musikakademie Remelé gGmbH
Tickets: 45 € (Ermäßigungen an der Abendkasse) bei:
Theaterkasse, Domhof 10/11, Osnabrück
Kartentelefon: 0541-7600076
Abendkasse
Das classic con brio musikfestival 2026 wird gefördert durch:
Stadt Osnabrück
Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen
Stiftung der Sparkasse Osnabrück
NDR Musikförderung in Niedersachsen
Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.
