Chen Halevi, Klarinette


Foto: Alona H.

Chen Halevi gilt weithin als einer der vielseitigsten Klarinettisten unserer Zeit. Ob als Solist, Kammermusiker oder im Rezital – er feiert gleichermaßen Erfolge. Sein Repertoire ist beeindruckend und reicht von Werken auf historischen Instrumenten bis hin zu innovativen Kompositionen zeitgenössischer Komponisten. Er ist ein Pionier einer neuen Schule des Klarinettenspiels, geprägt von der Reflexion über die Rolle der Klarinette – und des Klarinettisten – im 21. Jahrhundert.

 

Mit nur fünfzehn Jahren feierte er ein sensationelles Debüt mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta. Seitdem ist er um die Welt gereist und wurde von führenden Orchestern in Europa, den USA und Asien eingeladen, darunter der Bayerische Rundfunk, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das MDR Leipzig, der NDR Hamburg, die Moskauer Virtuosen, die New Yorker Philharmoniker und das Tokyo Symphony Orchestra.

 

Als erfahrener Kammermusiker arbeitet Halevi mit renommierten Partnern und herausragenden Quartetten zusammen und ist ein gern gesehener Gast bei bedeutenden internationalen Festivals. Er gilt weltweit als leidenschaftlicher Verfechter zeitgenössischer Musik. Seine engen Beziehungen und Freundschaften zu Komponisten führten zu zahlreichen Uraufführungen von Werken, die eigens für ihn geschrieben wurden. Zu seinen jüngsten Auftritten zählen die US-Premiere von Magnus Lindbergs *Kraft* mit den New Yorker Philharmonikern und die Weltpremiere von Sven Ingo Kochs Klarinettenkonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Sein Engagement für Neue Musik geht noch weiter: 2007 gründete er ClaRecords, ein Unternehmen, das sich der Initiierung, Produktion und Aufnahme neuer Werke etablierter und aufstrebender Komponisten widmet und gleichzeitig den Dialog mit anderen Kunstformen und -strömungen fördert. Im ersten Jahr gab ClaRecords fünf Werke und einen 3D-animierten Kurzfilm in Auftrag.

 

Neben seiner Solokarriere ist Halevi Mitglied dreier vielseitiger Ensembles, die die traditionellen Grenzen der klassischen Musik erweitern: das EST/OUEST Ensemble, ein Oud-Quartett, das die Schnittstellen nahöstlicher Musiktraditionen erforscht; die Tango Factory, ein Quartett, das sich der Leidenschaft für den Tango verschrieben hat und neue Horizonte erschließt, indem es eigens für die Gruppe komponierte Tangos kreiert und gleichzeitig Werke alter Meister neu interpretiert; und Winds Unlimited, ein Ensemble für historische Blasinstrumente, das sich der Erforschung und Aufführung vergessener Werke widmet. In jüngster Zeit hat er zudem die Integration der Klarinette in Flamenco-Aufführungen erforscht und damit einen Dialog zwischen alten Traditionen und neuen kreativen Möglichkeiten eröffnet.

 

Die Lehre ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. Halevi engagiert sich dafür, seine musikalische Philosophie überall dort weiterzugeben, wo er eingeladen wird. Mit 28 Jahren wurde er zum jüngsten Professor Deutschlands, als er an die Hochschule für Musik Trossingen berufen wurde – eine Entscheidung, die in der deutschen Musikwelt für großes Aufsehen sorgte.