16.07.2019

Konzert 8

Konzert 8

Freitag, 15. März, 21 Uhr

Gemeindesaal St. Marien, Osnabrück

Late night Concert

 

Pēteris Vasks (*1946)

“Castillo interior”

Duo für Violine und Cello

 

Sergey Malov, Violine                                    

David Cohen, Violoncello

 

 

Krzysztof Penderecki (*1933)

Capriccio per Radovan für Horn Solo

 

Benoît de Barsony, Horn     

 

Fazil Say (*1970)

Alevi Dedeler rakı masasında op. 35 (Aleviten-Väter am Raki-Tisch)

für Bläserquintett

 

- Andantino tranquillo – Presto fantastico

- Andante tranquillo

- Andantino – un poco più mosso

- Presto - Andantino

 

Jocelyn Aubrun, Flöte               

Blanca Gleisner, Oboe              

Levan Tskhadadze, Klarinette

Louis-Hervé Maton, Fagott

Benoît de Barsony, Horn     

 

Vlady Mendelssohn (*1949)

Uraufführung

“Urban Lark 2” for pianoquartet and page turner

 

Sergey Malov, Violine                                    

Vladimir Mendelssohn, Viola           

David Cohen, Violoncello

Alfredo Perl, Klavier     

 

Konzert 8

„Wer in Angst vor einem bösen Traum einschläft, träumt bestimmt nicht gut.“
Aus China


Late Night Concert, das bedeutet für uns: Zeitgenössische Musik. Muss der klassische Kammermusikfreund da Angst vor schrägen Tönen haben, die er nicht versteht? Nein, garantiert nicht. Denn unser Programm ist immer spannend, wir erzählen Geschichten, wir entführen unser Publikum in ferne oder nahe Welten, an unerwartete Orte, regen zum Nachdenken an, und füllen die Atmosphäre auch mal mit weichem Wohlklang, und damit fangen wir gleich an.

Der 1946 in Lettland geborene Komponist Pēteris Vasks verrät uns: „Die meisten Menschen haben heute keinen Glauben, keine Liebe und keine Ideale mehr. Die geistige Dimension geht verloren. Ich will der Seele Nahrung geben. Das predige ich in meinen Werken.“ Das Duo „castillo interior“ schrieb Vasks in Verehrung der großen Mystikerin und Heiligen Teresa von Avila, die in ihrem gleichnamigen Buch die Seele des Menschen als innere Burg mit vielen Gemächern beschreibt, in dessen Innersten Gott selbst wohnt.

Das Capriccio per Radovan des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki trägt den Untertitel „Il sogno di un cacciatore“, der Traum eines Jägers, und spielt damit humorvoll auf den Ursprung des Horns als Jagdinstrument an. Ursprünglich trug es den Titel „cadenza per corno solo“, wurde Penderecki selbst aber noch vor der Uraufführung 2012 durch den Kroatischen Hornisten und Widmungsträger Radovan Vlatkovič umbenannt. Nun denn, Waidmannsheil!

„Zielwasser“ würde der Jäger die Inspiration zu unserem nächsten Werk nennen - das Türkische Nationalgetränk Rakı. „Ein wahrer Freund, Arif Sağ, hatte mich zum Lachen, und zum Lachen über die Geschichte des Großvaters seines Großvaters an einem Tisch von Rakı gebracht, und das hat mich dazu inspiriert.“ erzählt Fazil Say über seine Komposition Alevi Dedeler rakı masasında - Alevitenväter am Rakı-Tisch. In vier kurzen, attacca aufeinander folgenden Sätzen beschreibt Fazil Say eine alltägliche Szene in einem anatolischen Dorf. Ein in allen Sätzen wiederkehrendes Andantino-Ritornell in unregelmäßigen Metren stiftet den thematischen Zusammenhang eines abwechslungsreichen Geschehens.

Mit Wohlklang begannen wir unser Konzert, mit Wohlklang werden wir es auch beschließen - so jedenfalls deuten wir die Worte des Komponisten Vladimir Mendelssohn, dessen Werk „Urban Lark 2“ heute uraufgeführt wird. Da es sich tatsächlich um eine Weltpremiere handelt, wir das Werk also selber auch noch nicht kennen, geben wir Ihnen folgende beschreibenden Worte mit auf den Weg: „The Urban Lark 2 ist eine postmoderne neopopulistische hyperfolkloristische ecofreundliche Komposition.“