23.06.2017

Konzert 8

Konzert 8 - „Was für eine Schönheit“

 

„…die Zeit, da die Champs-Élysées plötzlich vom Disney-Store befreit sind und von den Kino-Billboards mit den amerikanischen Blockbustern, und der ganze Touristen-Ramsch in der Rue de Rivoli ist auch verschwunden. Stellen Sie sich mal diese Schönheit vor!“

So Woody Allen.

Kein Internet, keine Fotos, kein Telefon, nur Briefe, Hörensagen, und tagelanges Reisen in der Postkutsche, für wenige hundert Kilometer. So unüberwindbar waren damals die Entfernungen, dass sich die uns allen bekannten Komponisten untereinander nicht kannten - sobald die Entfernung zu groß war, hat man sich Zeit seines Lebens nicht getroffen. Man wusste voneinander, das ja, und mit Glück traf man wen, der wen kannte, oder der zum großen Glück Noten dabei hatte von Komponisten aus der Ferne… Bach versuchte Zeit seines Lebens vergeblich Georg Friedrich Händel persönlich zu treffen.

Sein komplettes Leben spielte sich in einem kleinen Radius um seine Heimat Eisenach ab, und schon Komponisten aus Norddeutschland oder dem süddeutsch-österreichischen Raum lebten in unüberwindbarer Ferne. Dennoch kannte Bach aber durchaus Werke mehrerer italienischer Komponisten, und auch einige Werke von Franzosen, wie auch von François Couperin.

Musiker und Komponisten lebten regelrecht in Parallel-Universen, in denen sich die Musik fast unabhängig voneinander entwickelte.

Aber nur fast, denn z.B. war in ganz Europa die Form der „Suite“, eine Kompositionsform mit einer bestimmten Abfolge von französischen Tanzsätzen, gang und gäbe.

So finden wir sowohl bei Bach als auch bei Couperin die Abfolge Allemande - Courante - Sarabande - Gigue.

Eine andere spannende Besonderheit unseres heutigen Konzertes: wir lernen die Viola da spalla und das Violoncello da spalla kennen. Sergey Malov ist einer der wenigen Musiker unserer Zeit, die diese Instrumente beherrschen und spielen. 

Lassen Sie sich in die Zeit zurückversetzen und überraschen!

Konzert 8

Mittwoch, 26. April 2017, 19 Uhr

Bergkirche Osnabrück

 

"J. S. Bach und die Franzosen"

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Partita Nr. 3 in E-Dur  BWV 1006 für Violine Solo

Preludio

Loure

Gavotte en Rondeau

Menuet I – Menuet II

Bourrée

Gigue

Sergey Malov, Violine 

Louis Marchand (1669-1732)

Prélude und Chaconne in d-Moll

 

François Couperin (1668-1733)

Vingt-unième Ordre in e-Moll

 

La Reine des cœurs

La Bondissante

La Couperin

La Harpée

La petite Pince-sans-rire

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Suite in h-Moll, BWV 814/831

Allemande

Bourree I und II

Sarabande

Gavotte I und II

Echo

 

Carsten Schmidt, Cembalo

 

   -  PAUSE  -

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Suite Nr. 5 c-Moll für Violoncello solo, BWV 1011

 

Prélude

Allemande

Courante

Sarabande

Gavotte I – Gavotte II

Gigue

 

Sergey Malov, Violoncello da spalla

 

François Couperin (1668-1733)

Suite Nr. 1 aus „Pièces de Viole“

 

Gravement

Allemande Légère

Courante

Sarabande Grave

Gavotte

Gigue

Passacaille ou Chaconne

 

Sergey Malov, Viola da spalla

Carsten Schmidt, Cembalo

 

 

Encore:

François Couperin (1668-1733)

Aus der Suite Nr. 2:

La chemise blanche

 

Sergey Malov, Viola da spalla

Carsten Schmidt, Cembalo