21.11.2019

Konzert 7

Konzert 7

Donnerstag, 14. März, 20 Uhr

Blue Note, Osnabrück

 

Peter Witte (*1955)

3 Stücke für Klaviertrio

 

- Leveza do choro

- Milonga para tres

- Vals venezolano

 

Daniel Rowland, Violine   

David Cohen, Violoncello

Gero Körner, Klavier 


Leonard Bernstein (1918-1990)

“Westside-story”

 

Daniel Rowland, Violine   

Gero Körner, Klavier    

 

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Peter Tschaikowsky (1840-1893)

Rokoko Variationen op. 33

für Violoncello und Bläserquintett

(Arr.: David Stromberg)

 

David Cohen, Violoncello

Jocelyn Aubrun, Flöte               

Blanca Gleisner, Oboe              

Levan Tskhadadze, Klarinette

Louis-Hervé Maton, Fagott

Benoît de Barsony, Horn    

Sergey SOLO    


Jean Françaix (1912-1997)

L‘heure du Berger”  für Klavier und Bläserquintett

 

- Les vieux beaux: Moderato

- Pin-up girls: Andante molto serioso

- Les petits nerveux: allegro assai

 

Gero Körner, Klavier     

Jocelyn Aubrun, Flöte               

Blanca Gleisner, Oboe              

Levan Tskhadadze, Klarinette

Louis-Hervé Maton, Fagott

Benoît de Barsony, Horn     

 

 

 


 

Konzert 7

„Sich schöne Träume zu bilden, mögen diese nun Realität haben oder nicht, ist doch immer ein herrliches Vermögen der Menschheit.“
Friedrich Hebbel

Heute gastieren wir wie jedes Jahr im Blue Note - für uns ein ganz besonderer Abend. Das typische „klassische“ Konzert bleibt heute vor der Tür, und wir spielen Werke, die in keinen anderen Raum so gut passen wie eben in unser charmantes Blue Note.

Uns so fangen wir gleich mit einer ungewöhnlichen Konstellation an - Tschaikowskys Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester mit nur 6 Musikern? Nun gut, der NDR urteilte über diese Version „Die Werke erfahren eine neue Eindringlichkeit“ oder „Wer das Original kennt, wird staunen.“ DIE WELT schreibt sogar „Wenn sie diese kammermusikalischen Fassungen ihrer eigentlich für Orchester geschriebenen Stücke hätten hören können, hätten es die großen Romantiker [Schumann, Tschaikowsky] vielleicht sogar bedauert, sie nicht gleich so konzipiert zu haben.“ - wir dürfen gespannt sein!

Für Tschaikowsky sah das Leben wieder einmal hoffnungslos und düster aus. Der Verzweiflung nahe, träumt sich Tschaikowsky in eine ganz andere Welt hinein: Er flüchtet sich in die Zeit, wo die Welt weiß gepudert war, wo man vor hochtoupierten Perücken kaum etwas sehen konnte und alle gerne tanzten. Er „erfindet“ ein Thema aus der Rokoko-Zeit und schreibt dazu Variationen, niemals diese Epoche verlassend. Begleiten wir ihn bei seinem Ausflug!

Der Osnabrücker Komponist Peter Witte entführt uns, wie wir es aus dem Blue Note ja fast schon gewohnt sind, in die Welt des Tango. „Leveza de choro“- die Leichtigkeit, zu Weinen, „Milonga para tres“ und „Vals venezolano“ - das klingt doch vielversprechend.

„L´heure du berger“ - zu deutsch „Die Stunde des Hirten“ oder einfach „Schäferstündchen“, da kommen wir der Sache schon näher. Schauen wir uns doch einmal um in unserem Blue Note. Vielleicht finden wir den einen oder anderen, den Jean Françaix in seinem kurzen amüsanten Werk beschreibt - oder vielleicht sind wir es ja sogar selber? Drei Charaktere, die es auf ein Schäferstündchen abgesehen haben: Die alten Schönlinge, Die Pin-Up Girls und Die kleinen Nervösen - Jean Françaix jedenfalls scheint sie alle öfters in Pariser Bars beobachtet zu haben - oder gehörte tatsächlich sogar selber zu ihnen…

Sergey Malov bringt uns nun mit seiner Geige und der Loop-Station, wie auch im Vorjahr, zum Staunen.

Shakespeares Romeo und Julia in die moderne Zeit zu übertragen - das war Leonard Bernsteins Vorhaben. Und da sehen wir, wie zeitlos das Epos um die unendliche, aber unmögliche Liebe ist. Shakespeares Roman basiert auf den Rivalitäten zwischen den Capuletti und Montecchi, in seiner ursprünglichen Fassung, der East Side Story, wollte Bernstein die Probleme zwischen Juden und Christen thematisieren, und in der späteren und endgültigen Fassung, der West Side Story, waren es rivalisierende Straßenclans aus Puerto Rico und US-Amerikanern, den Jets und den Sharks. Begleiten wir also Toni und Maria in ihre verzweifelten Träume von der Liebe, die alle Grenzen überwindet, und die hoffentlich irgendwann auf der ganzen Welt möglich sein wird!