16.07.2019

Konzert 6

Konzert 6

Mittwoch, 13. März, 20 Uhr

Schlossaula der Universität Osnabrück

 

Franz Schubert (1797-1828)

“Forellenquintett”  A-Dur D 667 op. posth. 114

 

- Allegro vivace

- Andante

- Scherzo – Presto

- Thema – Andantino – Variazioni I-V – Allegretto

- Finale – Allegro giusto

 

NOTOS-Quartett

Emilie Allié, Kontrabass


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Guiseppe Verdi (1813-1901) / Luigi Bassi (1833-1871)

Fantasie über Themen aus “Rigoletto”  

 

Levan Tskhadadze, Klarinette

Daniel Rowland, Violine   

Adrian Wonnemann, Violine   

Vladimir Mendelssohn, Viola           

David Cohen, Violoncello

Emilie Allié, Kontrabass

 

 

Robert Schumann (1810-1856)

Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63

 

- Mit Energie und Leidenschaft

- Lebhaft, doch nicht zu rasch

- Langsam, mit inniger Empfindung – Bewegter – tempo I – attacca

- Mit Feuer – nach und nach schneller

 

Sergey Malov, Violine                                    

David Cohen, Violoncello

Alfredo Perl, Klavier     

Konzert 6

 „Erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert.“
Paulo Coelho

Einen großen Traum hatte Sylvester Paumgartner, Bergwerksdirektor von Steyr, der sich im Sommer 1819 mit Franz Schubert angefreundet hatte. Der damals 22-jährige Komponist Franz Schubert verbrachte einige überglückliche Sommermonate mit einem Freund im oberösterreichischen Steyr. Das mag an der Schönheit der Landschaft gelegen haben, aber ein Brief an seinen Bruder Ferdinand verrät uns auch Folgendes:
„In dem Hause, wo ich wohne, befinden sich 8 Mädchen, beynahe alle hübsch. Du siehst, daß man zu thun hat…“
Doch zurück zu Herrn Paumgartner. Sein Traum war es, von Schubert ein auf ihn maßgeschneidertes Klavierquintett geschrieben zu bekommen. Er hatte das Glück, sich mit Schubert so sehr angefreundet zu haben, dass ein wundervolles Werk entstanden ist, und bis heute zählt es zu den Meisterwerken der Kammermusik.   
Der sonnige Grundton des Stücks erzählt uns von der schönen Zeit, die Schubert in Steyr hatte, die schönen Cello-Kantilenen verraten uns, dass Herr Baumgartner Hobby-Cellist war, und das Zitat der „Launischen Forelle“ deutet darauf hin, dass er ein großer Verehrer von Schuberts Liedkunst war.

„la donna è mobile…“ - und schon sind wir mitten in der Oper gelandet. „Oper, das ist Lesen in 3D, und Theater in 4D, weil es noch eine zusätzliche Tonspur gibt für Gefühle. Statt selber zu fühlen, kann man sehen und hören, wie andere fühlen, und fühlt ein bisschen mit.“ So sieht es der Zeit Redakteur Florian Zinnecker. Geben wir uns also der Gefühlswelt von Gilda, dem Hofnarr Rigoletto, ihrem Vater, und dem Herzog von Mantua hin. Schade, dass einmal mehr alles so tragisch endet, aber ohne Tragik wäre die Oper nicht halb so schön, wie sie nun mal ist.

Das Klaviertrio Nr. 1 d-moll op. 63 schenkte Robert Schumann seiner Frau Clara zu ihrem 28. Geburtstag. „Der erste Satz ist für mich einer der schönsten, die ich kenne“ schrieb sie in ihr Tagebuch. Es ist auch einer der leidenschaftlichsten, und wie das ganze Trio voller Pathos: Erregung und Schmerz, Ekstase und Verzweiflung, Trotz und Überschwang geben sich die Hand. Dass bei aller Leidenschaft stets ein düsterer Unterton mitschwingt liegt wohl daran, dass sich Roberts Traum einer Festanstellung in Leipzig, die er sich sehnlichst erhofft hatte, zerschlagen hatte und er resigniert mit der Familie nach Dresden übersiedelte. Heutzutage würde man das Familienmodell als fortschrittlich emanzipiert bezeichnen, doch Robert schien ein großes Problem damit zu haben, daß Clara als Klavier-Virtuosin die Familie ernährte und er zuhause komponierte.