22.09.2017

Konzert 5

Konzert 5

 

„Keinen Applaus bitte!“

 

Glauben wir Carl Czerny, so war dies Beethovens seligster Wunsch, was sein Septett betraf, denn er konnte sein Werk “nicht leiden und ärgerte sich über den Beifall, den es erhielt.”

Diese Meinung teilen wir mit ihm nun gar nicht, wie auch die meisten seiner Zeitgenossen - es war eines seiner erfolgreichsten Werke. Wir finden sogar, es gehört so sehr zu den „grandes oeuvres" der Kammermusik, dass wir es in unserem diesjährigen Festival aufgenommen haben, obwohl Beethoven zeitlebens weder in Paris war, noch Französisch sprach. Wohl aber entstand das Werk zur Zeit der Französischen Revolution, und auch war Beethoven ein großer Bewunderer Napoleon Bonapartes. Ihn faszinierten seine Ideale und Haltungen, er verehrte ihn regelrecht. Bis zu jenem Moment, als Napoleon sich zum Kaiser ausrufen ließ. „Ist der auch nichts anderes als ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird auch er alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen.“ So stark war seine Abkehr, dass er die Widmung seiner 3. Sinfonie, der „Eroica“, revidierte, er radierte die Widmung an Napoleon weg, bis ein Loch im Einband entstand.

 

Mit enttäuschten Hoffnungen hatte der junge Wolfgang Amadeus auch zu kämpfen, der, auf der Suche nach einer festen Anstellung, vergeblich nach Paris gekommen war. Im selben Jahr wie die Klaviersonate aus unserem ersten Konzert entstand sein Konzert für Flöte und HarfeC-Dur KV 299. Er schrieb es für den Comte de Guines und seine Tochter, der Mozart Kompositionsunterricht erteilte. Aus der Korrespondenz mit seinem Vater lässt sich einiges an Unmut herauslesen: die Tochter sei „von herzen dumm, und dann von herzen faul“, und der Vater: „wollte mir also für 2 stunden eine stunde zahlen – und dieß aus égard, weil er schon 4 Monath ein Concert auf die flöte und harpfe von mir hat, welches er mir noch nicht bezahlt hat.“. Das Werk jedoch ist wunderschön, heiter, und lässt nichts von der schweren Zeit ahnen.

 

Vorher hören wir das ebenfalls beschwingte „Divertissement“ für Fagott und Streichquintett von Jean Françaix, der stets bemüht war „musique pour faire plaisir (Musik, die Freude macht)“ zu komponieren, und nach der Pause, bevor wir uns auf Beethovens Napoleonische Verehrung einlassen, entführt uns Marcel Lucien Tournier in eine märchenhafte Zauberwelt. 

Konzert 5

Sonntag, 23. April 2017, 20 Uhr

medicos.Osnabrück

Mit freundlicher Unterstützung der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde

 

Jean Françaix (1912-1997):

Divertissement für Fagott, Streichquartett und Kontrabass

 

Benedikt Seel, Fagott

Daniel Rowland, Violine

Karolina Weltrowska, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello

Zoran Marković, Kontrabass

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):

Konzert für Flöte und Harfe in C-Dur KV 299

Für Flöte, Harfe, 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, 2 Oboen und 2 Hörner

Allegro

Andantino

Rondeau. Allegro

 

Julia Dietrich, Harfe

Stefanie Faust, Flöte

Johanna Staemmler, Violine

Karolina Weltrowska, Violine

Teresa Schwamm, Viola

Peter-Philipp Staemmler, Violoncello

Zoran Marković, Kontrabass

Blanca Gleisner, Oboe

Tobias Blum, Oboe

Benoît de Barsony, Horn

Hannah Mousli, Horn

- Pause -

Marcel Lucien Tournier (1879-1951):

Féerie – Prélude et Danse für Harfe Solo

 

Julia Dietrich, Harfe

 

Ludwig van Beethoven (1770-1827):

Septett Es-Dur

 

Adagio

Allegro con brio

Adagio cantabile

Tempo di Menuetto

Tema. Andante con Variazioni

Scherzo. Allegro molto e vivace

Andante con moto alla Marcia

Presto

 

Lauri Sallinen, Klarinette           

Benedikt Seel, Fagott

Benoît de Barsony, Horn

Daniel Rowland, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello

Zoran Marković, Kontrabass