23.06.2017

Konzert 4

Konzert 4 - „ich bin weg“

 

Das mag der ein oder andere Komponist gesagt haben, als es ihn nach Paris zog. Bis auf Camille Saint-Saëns waren die meisten unserer heutigen Komponisten nur Wahl-Pariser, der eine für längere Zeit, der andere nur für einen Teil seiner Karriere, der andere auf der Suche nach Ruhm, und wieder ein anderer blieb für immer. Der Titel unseres Konzertes jedoch stammt, man mag denken von Hape Kerkeling, aber nein, von unserem einzigen echten Pariser, Camille Saint Saëns. Diese drei Wörter hinterließ er seiner Frau, als er sie verließ.

 

Chopin hingegen ließ seine geliebte Heimat Polen zurück, um dann ein waschechter Pariser zu werden: „Man findet alles hier, den größten Luxus und den größten Schmutz“, schreibt er. „Auf jeden Schritt Reklame für Mittel gegen Geschlechtskrankheiten. Krach, Getöse und mehr Schmutz, als man sich vorstellen kann. Man verschwindet in diesem Paradies, und das ist sehr angenehm. Niemand fragt nach, welche Art Leben man führt. Man kann mitten im Winter in Lumpen gekleidet ausgehen und die höchste Gesellschaft frequentieren. An einem Tage kann man für 32 Sous das herrlichste Mahl in einem Restaurant mit Gasbeleuchtung und Spiegeln einnehmen, am nächsten Tag kann es passieren, dass man ein kleines Stück Huhn dreimal so teuer serviert.“

 

Der aus Pessara stammende Gioacchino Rossini wurde im Alter von 32 Jahren, damals schon ein berühmter Opernkomponist mit großen Erfolgen in seiner Heimat, in Wien und London, nach Paris berufen, um dort die Italienische Oper zu leiten.

 

Jean Françaix zog es schon zum Studium nach Paris, und der Namensträger von Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 9 A-Dur war ein berühmter Pariser Violin-Virtuose, Rodolphe Kreutzer. Er spielte die Sonate zwar niemals öffentlich, da er sie als „einzige Tortur für das Instrument“ bezeichnete, aber bis heute ist die Sonate untrennbar mit seinem Namen verbunden. 

Konzert 4

Sonntag, 23. April 2017, 16 Uhr

Schloss Ippenburg, Bad Essen

Der Schlossverein dankt der Familie von dem Bussche für ihre Gastfreundschaft

 

Camille Saint-Saëns (1835-1921):

Oboensonate D-Dur op. 166

 

Andantino

Allegretto

Molto allegro

 

Blanca Gleisner, Oboe

Carsten Schmidt, Klavier

 

Jean Françaix (1912-1997):

Streichtrio für Violine, Viola, Violoncello

 

Allegretto vivo

Scherzo

Andante

Rondo. Vivo

 

Johanna Staemmler, Violine

Teresa Schwamm, Viola

Peter-Philipp Staemmler, Violoncello

 

Ludwig van Beethoven (1770-1827):

Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47 (Kreutzer-Sonate)

 

Adagio sostenuto - Presto

Andante con variazioni

Finale. Presto

 

Daniel Rowland, Violine 

Julia Okruashvili, Klavier

- PAUSE -

Giocchino Rossini (1792-1868):

Thema und Variationen für Horn und Klavier

 

Benoît de Barsony, Horn

Julia Okruashvili, Klavier

 

Frédéric Chopin (1810-1849)

Klaviertrio g-Moll op. 8

 

Allegro con fuoco

Scherzo

Adagio

Finale

 

Daniel Rowland, Violine 

David Cohen, Violoncello

Julia Okruashvili, Klavier