23.11.2017

Konzert 3

Konzert 3 - Im Wandel der Zeit

 

Heute erleben wir den unglaublichen Farbenreichtum der französischen Orgelmusik im Wandel der Zeit. Dabei stoßen wir auf frühbarocke Spielfreude, barocke Eleganz, romantische Klangfülle, bunte Harmonik der Moderne - und Geschichten aus der französischen Revolution.

 

Was Johann Sebastian Bach für den norddeutschen Orgelbarock war, war François Couperin für die französische Orgelmusik - nämlich der „Urvater“. Galante Noblesse, Eleganz und imposante Klangfülle zeichnen seine Werke aus, auch hier in seiner "Messe solennelle a L’usage des paroisses“. Den weltlichen Gegenpart zu dieser klerikalen Ernsthaftigkeit liefert uns Michel Corrette in der zweiten Hälfte unseres Konzertes mit seinem Orgelkonzert, wir erfreuen uns an seiner barocken Spielfreude und träumen uns in die höfischen Klangwelten.

 

Marc Antoine Charpentiers Oeuvre scheint ein unerschöpflicher Fundus an ausdrucksstarken, wunderschönen Melodien zu sein, drei über dem Basso Continuo schwebende Oberstimmen geleiten uns in die Pause und laden uns zum Gang in die neue Kirche ein. 

 

Der Farbenreichtum von Poulencs Orgelmusik, mit seinen changierenden Harmonien und weiten Klangflächen zaubert uns mitten in eines der Gemälde William Turners. Louis Vierne seinerseits lädt uns ein für ein paar Minuten in der Notre Dame de Paris zu verweilen, wo er den größten Teil seines Lebens die Kathedralorgel bediente, und auch diese Sinfonie mag er dort mehrfach aufgeführt haben. Er ist regelrecht ein Meister der Chromatik und der subtilen Melodik. 

 

Jean Françaix nun verdanken wir einen kurzen Exkurs in die Zeit der französischen Revolution. Am 17. Juli 1794 wurden die 16 Karmelitinnen des Klosters von Compiègne unter der Guillotine hingerichtet, weil sie nicht bereit waren, ihre Gelübde zu brechen. Sie gingen singend in den Tod. Dies griff Gertrud von Le Fort in ihrer Novelle „die Letzte am Schafott“ auf, was wiederum Francis Poulenc zu seiner 1953 komponierten Oper „Dialogues des Carmélites“ inspirierte. Sieben Jahre später entsteht Françaix’ Werk „Suite Carmélite“. Von der Tragik der Geschehnisse finden wir allerdings in seiner Suite keine Spuren, es sind vielmehr kurze Charakterstücke über fünf der Ordensschwestern - überraschende Wendungen, charakteristische Farben und das verspielte Laufwerk beschreiben die unterschiedlichen Charaktere. 

 

Eine völlig neue Klangwelt eröffnet uns Igor Strawinsky, der lange Zeit in Paris lebte, mit seinen Drei Stücken für Streichquartett. Wir finden sowohl befremdliche, holzige Klänge und prägnante Rhythmik als auch extrem leise, weiche Passagen, in ihnen eingebettet auch das „dies irae“ Motiv.

Konzert 3

Samstag, 22. April 2017, 20 Uhr

St. Matthäuskirche, Melle

Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Melle

ALTE KIRCHE

 

François Couperin (1668-1733)                      

Aus dem „Gloria" der "Messe solennelle a L’usage des paroisses“: Nr. 1, 3, 4, 7 und „Amen“

Für Orgel

 

Stephan Lutermann, Orgel

 

 

Marc-Antoine Charpentier (1643-1704)

"Pulchra es et decora“

„Salve regina“

für Frauenchor mit B.c.

 

Vokalconsort Osnabrück

Peter-Philipp Staemmler, Violoncello

Stephan Lutermann, Cembalo

Ltg.: Stephan Lutermann                        

 

- Pause – mit Gang in die

 

NEUE KIRCHE

 

Francis Poulenc (1899-1963)

„Ave verum corpus“ (a capella)

„Litanies a la vierge noir“ für Frauenchor und Orgel

 

Frauenchor der Hochschule Osnabrück

Wolfgang Abendroth, Orgel

Ltg.: Stephan Lutermann            

 

 

Michel Corrette (1707-1795)

Concerto en La Majeur, op. 26

Für Streichquartett und Orgel

 

Allegro

Adagio

Allegro

 

ARMIDA - Quartett

Stephan Lutermann, Orgel

 

 

 

 

 

 

 

Jean Françaix (1912-1997)

Suite Carmelite für Orgel

 

Sœur Blanche

Mère Marie de l’incarnation

Sœur Anne de la Croix

Sœur Constance

Sœur Mathilde

Mère Marie de Saint-Augustin

 

Stephan Lutermann, Orgel

 

Igor Strawinski (1882-1971)

3 Stücke für Streichquartett

 

ARMIDA - Quartett

 

Louis Vierne (1870-1937):

„Final“ aus der Symphonie Nr. 1 für Orgel

 

Stephan Lutermann, Orgel