26.07.2017

Konzert 2

Konzert 2 - Kein Tango

 

Mit diesem Konzert möchten wir eine amüsante Geschichte erzählen, die sich zu Maurice Ravels Lebzeiten ereignete. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg gewann der Tango Argentino in Europa mehr und mehr an Beliebtheit, was Papst Pius X offenbar als zu anstößig empfand. Er setzte den Tango kurzum auf den Index und empfahl, doch lieber den alten friaulischen Tanz Furlana wiederzubeleben. Dies wiederum brachte Ravel auf die Idee, inspiriert durch die Forlane von François Couperin, die wir heute im Concert Royal hören, ihm ein musikalisches Denkmal zu setzen. Das Ergebnis wurde eines seiner beliebtesten Werke „Le Tombeau de Couperin“. Ravel betrachtete es aber nicht nur als Hommage an François Couperin allein, sondern für die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts.

 

Dieser widmen wir uns zu Anfang unseres Konzertes. Auch hier stoßen wir auf zahlreiche, wechselseitige „hommages“ unserer Komponisten. Viele kannten sich persönlich, waren befreundet und schätzten die Arbeit und das Musizieren der anderen sehr - und so war es nur verständlich, in einzelnen Sätzen oder Werken zu versuchen, einen anderen Komponisten zu charakterisieren, nachzuahmen oder zu huldigen. Beispielsweise finden wir bei Duphly „la Forqueray“, bei Rameau ebenso, und die Titel „la Marias“, „la Cupis“ - oder auch „la timide“ (die Schüchterne) - denn auch Charakterzüge waren beliebte Themen.

Die Pariser munkelten, von den beiden Gamben Virtuosen der Zeit spiele Forqueray wie der Teufel, und Marais wie ein Engel. Dem können wir nun also selber in Rameaus musikalischer Beschreibung auf den Grund gehen. 

 

Zunächst einmal schrecken wir aber alle beim Ertönen des „Chaos“ von Rebel zusammen und erleben, wie er sich das wilde Walten der ungezähmten Elemente auf der Erde vorstellte, bevor die Schöpfung begann…

 

Konzert 2

Samstag, 22. April 2017, 16 Uhr

Gut Sutthausen, Schlosskapelle

 

Jean-Féry Rebel (1666-1747)

„Les Eléments“: Le Chaos

 

Daniel Rowland, Violine

Karolina Weltrowska, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello

Zoran Markovic, Kontrabass

Stefanie Faust, Flöte

Blanca Gleisner, Oboe

Carsten Schmidt, Cembalo

 

Jaques-Martin Hotteterre (1674-1763)

Suite in c-Moll

 

Prélude

Allemande

Rondeau

Gigue

 

Blanca Gleisner, Oboe

Carsten Schmidt, Cembalo

 

Antoine Forqueray (1672-1745)

„La Sylvia“ (Cembalo Solo)

 

Jacques Duphly (1715-1789)   

„La Forqueray“ (Cembalo Solo)

 

François Couperin (1668-1733)

La Forqueray (Cembalo Solo)

 

Carsten Schmidt, Cembalo

 

François Couperin (1668-1733)

Concert Royal Nr. 4 e-Moll

 

Prélude: Gravement

Allemande: Légèrement

Courante françoise: galament

Courante à l’Italienne: Pointé-coulé gayement

Sarabande: Très tendrement

Rigaudon: Légèrement et marqué

Forlane – Rondeau: Gayement

 

Stefanie Faust, Flöte

Blanca Gleisner, Oboe

Karolina Weltrowska, Violine

David Cohen, Violoncello

Benedikt Seel, Fagott

Carsten Schmidt, Cembalo

 

Pause

 

 

 

 

 

Jean-Philippe Rameau (1683-1764)

Aus den „Pièces de Concert“:

 

„La Timide“ für Violine, Viola, Cembalo

„La Forqueray“ für Violine, Oboe, Cembalo

„La Cupis“ für Flöte, Violine, Cembalo

„La Marais“  für Flöte, Oboe, Cembalo

 

Jean-Marie Leclair d.Ä. (1697-1764)

Sonate für zwei Violinen Op. 3 Nr. 2 in A-Dur

 

Allegro

Sarabanda - Largo

Allegro

 

Daniel Rowland, Violine

Karolina Weltrowska, Violine

 

Maurice Ravel (1875-1937)

Tombeau de Couperin, bearbeitet für Bläserquintett von Mason Jones

 

Prélude

Fugue

Menuet

Rigaudon

 

Stefanie Faust, Flöte

Blanca Gleisner, Oboe

Lauri Sallinen, Klarinette

Benoît de Barsony, Horn

Benedikt Seel, Fagott

 

 

 

Ensemble des Konzertes:

Daniel Rowland, Violine

Karolina Weltrowska, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

David Cohen, Violoncello

Zoran Marković, Kontrabass

Stefanie Faust, Flöte

Blanca Gleisner, Oboe

Lauri Sallinen, Klarinette

Benoît de Barsony, Horn

Benedikt Seel, Fagott

Carsten Schmidt, Cembalo