26.07.2017

Konzert 15

Konzert 15 - Dessert

 

Dessert: (= pièces montées: kunstvoll gestaltete Torten, Kuchen, Konfekt und Pralinen)

 

Zum Schluss unseres Festivals haben wir noch ein paar besondere Leckerbissen für Sie angerichtet. Wir starten unsere Matinee hochromantisch mit Frédéric Chopin. Seine Préludes gelten als Gipfel seines Schaffens und sind bei Pianisten und Zuhörern gleichermaßen beliebt. Chopin vollendete seine Préludes auf Mallorca, im Kloster von Valdemossa, mit wunderschönem Blick auf das Meer. An seinen Freund Julian Fontana schrieb er „Mein Lieber. – Ich bin in Palma – unter Palmen, Zedern-Kakteen-Oliven-Orangen! Zitronen-Aloen-Feigen-Granatfrüchten usw., all dem, was der Jardin des Plantes nur dank seiner Öfen hat. – Der Himmel ist wie Türkis, das Meer wie Azur – Mit einem Wort, ein wundervolles Leben!“

 

In diesem Panorama verweilen wir noch ein wenig mit Claude Debussy und beobachten das Meer vom Morgengrauen bis zum Mittag, sehen die Wellen spielen und verfolgen ihren teils lebhaften, teils stürmischen Dialog mit dem Wind. „La Mer“, ursprünglich für Sinfonieorchester geschrieben, ist eines der erfolgreichsten Werke des Komponisten - heute dürfen wir gespannt sein auf die Version für Klaviertrio der britischen Komponistin Sally Beamish.

 

Das Morgengrauen beobachtet Eugene Ysaÿe auch, bevor er sich mitten in eine „danse rustique“ begibt. Ysaÿe war der Überzeugung „es sei wichtig, dass er (der Violinist) wisse, wie sich Hoffnung, Liebe, Leidenschaft aber auch Verzweiflung anfühle, das gesamte Spektrum der Gefühle, um wirklich das auszudrücken, was er spiele“. Und wenn wir wollen, finden wir tatsächlich auch all das in jedem seiner Werke.

 

Als krönenden Abschluss unseres Festivals haben wir uns Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 2 ausgesucht. Es gilt als eines der bedeutendsten Werke, regelrecht als Manifest der französischen Kammermusik des 19. Jahrhunderts. Camille Saint-Säens schrieb über das Werk: „über allem liegt ein Reiz, der die Hörer dahin bringt, die überraschendsten Kühnheiten als etwas ganz natürliches zu akzeptieren.“ Wie auch in Georges Enescus Oktett, ebenso in César Francks Klavierquintett, finden wir das Hauptthema in allen Sätzen des Werkes wieder, es ist eine Art idée fixe. Das Werk verschmilzt den französischen Stil mit der deutschen romantischen Tradition, ist aber in der Themenführung freier, im Klang differenzierter und erfindet somit eine völlig neue, die „französische Kammermusik“ des fin de siècle.

 

Konzert 15

Sonntag, 30. April 2017, 11 Uhr

Rittersaal, Bad Iburg, Abschlusskonzert

Mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.

 

Frédéric Chopin (1810-1849)

Préludes

 

Nino Gvetadze, Klavier

 

Claude Debussy (1862-1918)

La Mer

Arrangiert für Klaviertrio von Sally Beamish

 

De l’Aube Midi sur la Mer

Jeux de Vagues

Dialogue du vent et de la mer

 

Nino Gvetadze, Klavier

Daniel Rowland, Violine              

David Cohen, Violoncello 

- Pause -

 

Eugène Ysaÿe (1858-1931)

Sonate für Violine Solo op. 27 Nr. 5

 

L’Aurore. Lento assai

Danse rustique. Allegro giocoso molto moderato

 

Sergey Malov, Violine

 

Gabriel Fauré (1845-1924)

Klavierquartett Nr. 2 in g-Moll op. 45

 

Allegro molto moderato

Allegro molto

Adagio non troppo

Allegro molto

 

Alfredo Perl, Klavier

Sergey Malov, Violine

Vladimir Mendelssohn, Viola

Julian Arp, Violoncello