22.09.2017

Konzert 12

Ungewöhnliche, zeitgenössische, besonders wilde, oder auch besonders ruhige, meditative Musik, die sich in der Ruhe und bei Kerzenschein entfalten kann, das ist Tradition bei unseren späten Freitag Abend Konzerten.

 

Den stimmungsvollen Einstieg liefert uns Johann Sebastian Bach mit drei Fugen, heute in der Version für Streichquartett. Wir folgen den einzelnen Stimmen der Fuge die durch den Raum zu schweben scheinen und genießen die Ruhe.

 

Ebenso meditativ ist der Beginn von Henri Dutilleux´s „Les Citacions“ für die ungewöhnliche Besetzung Oboe, Cembalo, Schlagwerk und Kontrabass. Auch hier scheinen sich die einzelnen Stimmen frei im Raum zu bewegen, sie entwickeln aber auch „Dialoge“ und scheinen sich miteinander zu unterhalten. Wir hören ungewöhnliche Klänge, „Multiphonics“ in der Oboe, Flageoletts im Kontrabass, das Cembalo, sonst eher in der Barockmusik beheimatet, in einer ganz anderen Rolle, und, auch nicht ganz alltäglich, zartes Schlagwerk in der Kammermusik. Dutilleux schrieb „les Citacions“ als Auftragswerk für das Aldeburgh Festival im Jahre 1985. Den zweiten Satz widmet er dem Komponisten Jehan Alain, der im Juni 1940 in einem Gefecht bei Samur, zwei Tage bevor in Compiègne der Waffenstillstand geschlossen wurde, gefallen war.

 

Vor Beethovens recht wilder großer Fuge für Streichquartett tauchen wir in die Sphären von Béla Bartok ein. In seinem ersten Streichquartett finden wir Spuren von Arnold Schönberg, Richard Wagner, aber auch die Klangmalerei Claude Debussys.

 

Beethoven dagegen entfalte in seiner „großen Fuge“ eine komplett eigene, so neuartige Klangsprache, dass sie das Fassungsvermögen der damaligen Zuhörer zu übersteigen schien - ein Kritiker nannte die Fuge sogar „chinesisch“, was in der Zeit Beethovens natürlich sowohl musikalisch als auch geographisch in weiter Ferne lag.


Konzert 12

Freitag, 28. April 2017, 21:30 Uhr

Schlossaula der Universität Osnabrück     

Kooperationspartner: Universität Osnabrück, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Drei Fugen

 

O/MODƏRNT Streichquartett:

Daniel Rowland, Violine                                         

Hugo Ticciati, Violine                                            

Gareth Lubbe, Viola                                              

Julian Arp, Violoncello


 

Henri Dutilleux (1916-2013):

Les Citations

für Oboe, Schlagwerk, Cembalo und Kontrabass

 

Blanca Gleisner, Oboe

Carsten Schmidt, Cembalo

Julian Luttmer, Schlagzeug

Zoran Marković, Kontrabass

 

Béla Bartók (1881-1945):

Streichquartett Nr. 1 op. 7

 

Lento

Allegretto

Introduzione (Allegro) – Allegro vivace

 

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Große Fuge für Streichquartett

 

Ouvertüre. Allegro

Allegro – Fuge

 

O/MODƏRNT Streichquartett:

Daniel Rowland, Violine                                         

Hugo Ticciati, Violine                                            

Gareth Lubbe, Viola                                              

Julian Arp, Violoncello