21.11.2019

Konzert 11

Konzert 11

Sonntag, 17. März, 17 Uhr

St. Matthäuskirche, Melle

 

Alte Kirche:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

“Aus Liebe will mein Heiland sterben” BWV  244 (aus der Matthäuspassion)

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Jocelyn Aubrun, Flöte               

Blanca Gleisner, Oboe              

Tobias Blum, Oboe

 

Ola Gjeilo (*1978):

Serenity (O Magnum Mysterium)

für Chor und Violoncello

 

David Cohen, Violoncello

Vokalconsort Osnabrück

 

 

Julius van Nuffel (1883-1953)

Panis Angelicus

 

Pierre Villette (1926-1998)

Hymne a la Vierge

 

Carl Nielsen (1865-1931)

Saenk kun dit hoved du blomst

 

Vokalconsort Osnabrück, Ltg.: Stephan Lutermann

 

 

Wandeln in die:

Neue Kirche

 

Petr Eben (1929-2007)

aus Mutationes für eine oder zwei Orgeln Nr. I, II,III,IV,I

 

- Impetuoso

- Allegretto

- Veemente

- Scherzando

- Impetuoso

 

Stephan Lutermann, Orgel

 

Anton Arensky (1861-1906)

Drei Quartette op. 57 für Chor und Violoncello

 

- Serenade. Andantino

- To the dying star. Moderato

- The Hot spring. Allegro

 

David Cohen, Cello

Vokalconsort Osnabrück, Ltg.: Stephan Lutermann

 

Peder Karlsson (*1963)

Gøta

 

Vokalconsort Osnabrück, Ltg.: Stephan Lutermann

 

Wandeln in die:

Alte Kirche  

 

 

J. S. Bach (1685-1750)

 

 

h-Moll Partita für Violine Solo BWV 1002

- Allemande

- Courante

- Sarabande

- Bourrée

 

Sergey Malov, Violine                                    

 

 

 

“Ich bin herrlich, ich bin schön” BWV 49

Aus der Kantate “Ich geh und suche mit Verlangen”

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Sergey Malov, Violoncello piccolo                                  

Blanca Gleisner, Oboe d’amore             

David Cohen, Violoncello

Stephan Lutermann, Cembalo

 

 

“Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ”  BWV 649-6

 

Sophie Klußmann, Sopran   

Sergey Malov, Violoncello piccolo 

David Cohen, Violoncello                        

Stephan Lutermann, Cembalo

 

“Mein gläubiges Herze” BWV 68

Aus der Kantate “Also hat Gott die Welt geliebt”

 

Sophie Klußmann, Sopran  

Blanca Gleisner, Oboe 

Sergey Malov, Violine                                    

David Cohen, Violoncello

Stephan Lutermann, Cembalo


„Behalte immer mehr Träume in Deiner Seele, als die Wirklichkeit zerstören kann.“
Indianische Weisheit

An Aschermittwoch begann wie jedes Jahr die Passionszeit und wir befinden uns somit mittendrin. Mit einem der am meisten berührenden Vokalsätze und zugleich auch der zentralen Arie aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach beginnen wir stimmungsvoll unser Konzert, „Aus Liebe will mein Heiland Sterben“.

Wir bleiben in der sakralen, meditativen Stimmung, und hören „O magnum mysterium“ von Ola Gjeilo, der selber darüber sagt: „Ich wollte etwas für diese Kombination komponieren, da ich die Werke von Sir John Tavener für Cello und Chor so geliebt habe. Ich wollte, dass das Cello zu Beginn als Solist glänzt, während der Chor es durch üppige Texturen begleitet, und später dann das Cello selber mitten im üppigen Chorklang mit schweben lassen.“
„Panis angelicus“, das wir vor Allem in der Vertonung durch César Franck, von Hochzeiten und als Zugaben-Stück berühmter Tenöre kennen, hören wir heute in der wunderbar friedvollen, schwerelos wirkenden Version von Julius van Nuffel.
Pierre Villette, zunächst Chorknabe in der Kathedrale von Rouen und später Direktor des Darius-Milhaud-Konservatoriums in Aix-en-Provence, hat ein reichhaltiges Werk an Kirchenmusik hinterlassen, und sein wohl Bekanntestes hören wir heute: „Hymne à la Vierge“ - Hymne an die Jungfrau Maria.
„Ihre Gedichte sind so schön und ich möchte sie gerne als Lieder komponieren, und als solche Texte passen sie mir sehr gut“ sagte Carl Nielsen zu dem Dichter Johannes Jørgensen. Von den daraufhin entstandenen Liedern hören wir „Senke nur deinen Kopf, du Blume“

In eine ganz andere Stimmung versetzt uns schon mit dem ersten Ton seiner „Mutationes“ Petr Eben, der einer der führendsten Komponisten der Tschechoslowakei war, und im Jahr 2001 mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik ausgezeichnet wurde. Wir hören ein äußerst abwechslungsreiches Werk, dass uns sämtliche Facetten der Orgel zeigt.
Nicht minder leidenschaftlich präsentieren sich die Drei Quartette op. 57 von Anton Arensky, der am Moskauer Konservatorium unter Anderem unter Rimsky-Korsakov lernte, und später selber Scriabin, Rachmaninoff, and Gretchaninov unterrichtete.
Gøta ist „a true performance piece“, wie uns der Komponist Peder Karlsson selber verrät. Der Titel Gøta kommt von den Färöer Inseln, und die Musiklinie und die wortlose Vocal-Jazz-Behandlung verschmelzen auf originelle Weise mit ethnischer Volksmusik.

Back to the roots - wir kommen auf den „musikalischen Übervater“ (Neue Zürcher Zeitung) Johann Sebastian Bach zurück.
Wir hören die wohl bekannteste „Chaconne“ der Musikgeschichte - und zwar als Schlusssatz der Partita h-Moll für Violine Solo BWV 1002. Über die Partita berichtete ein Schüler Bachs, Johann Friedrich Agricola: „Ihr Verfasser spielte sie selbst oft auf dem Clavichorde“ - und wenn wir das könnten, dann würden wir es sicherlich auch tun!
Die Arie „ Ich bin herrlich, ich bin schön“ stammt aus Bachs Kantate „Ich geh und suche mit Verlangen“. Die Kantate ist die Vertonung eines Zwiegesprächs Jesu mit der den gläubigen Christen symbolisierenden Seele, im Barock wurde das Zwiegespräch auf eine Hochzeit zwischen Jesus und der gläubigen Seele umgedeutet, und so erklärt sich auch der für eine Kirchenkantate ungewöhnliche fröhlich-konzertante Charakter.
Die Arie „Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ“ aus der Kantate „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“, die für den 2. Osterfesttag gedacht ist, erinnert uns an die Passionszeit und das Warten auf das Osterfest. Die Arie für Sopran, umspielt von einem Violoncello piccolo, verknüpft das Einbrechen der Nacht und ihrer Dunkelheit mit der Bitte, nicht allein zu bleiben.
„Mein gläubiges Herze, Frohlocke, sing, scherze, Dein Jesus ist da! Weg Jammer, weg Klagen,
Ich will euch nur sagen: Mein Jesus ist nah.“ Versöhnlich und zuversichtlich beenden wir somit unser Konzert mit der Sopran Arie aus der Pfingstkantate "Mein gläubiges Herze“.